Meine Zeit in Neuseeland ist nun schon seit 5 Tagen Geschichte und ich bin wieder zurück in Melbourne, Australien. Es ist schon etwas komisch und ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, denn der Gegensatz der Südinsel Neuseelands zu Melbourne könnte nicht größer sein. Weite, einsame Natur vs. Multi-Kulti Millionenstadt. Meine letzten 2 Wochen in Neuseeland waren nochmal sehr angenehm, wenn auch nicht mehr ganz so spektakulär. Nachdem ich Dunedin verlassen hatte, gings erst nochmal ins Inland in die Natur. Am Lake Tekapo Halt gemacht, im SPA gewesen und am nächsten Tag eine 3-4 Stunden Wanderung gemacht. Am See entlang, mit großartigem Panoramablick auf die “Southern Alps”- eben die Alpenkette auf der Südinsel. Dort gab es auch eine berühmte Sternwarte auf einem Berg, von dem man angeblich die meisten Sterne… der Welt, der südlichen Hemisphäre oder was auch immer sehen kann – ob´s stimmt, kann ich nicht sagen, aber ich kann sagen, dass es tatsächlich sehr viele waren. Kein Wunder, dort gab es ja auch weit und breit keine Lichtquellen, die stören könnte. Bilder der Wanderung sind online.
Am nächsten Tag gings dann weiter, zum Mt. Cook, dem höchsten Berg Neuseelands mit… glaube um die 3700 Meter und bischen mehr. Leider bin ich vom schönesten Wetter direkt in eine Regenwand gefahren, die sich gerne mal dort im Tal aufbaut. Der Wetterbericht für den nächsten Tag war auch nicht gerade rosig, also bin ich direkt wieder umgekehrt und Richtung Küste gefahren. Naja, man kann eben nicht alles machen, somit fiel diese Wanderung also ins Wasser. Geschafft hab ich es dann bis zum gemütlichen Küstenort Timaru, wo ich 3 Nächte geblieben bin und weitestgehend relaxt habe- mal wieder. War doch etwas müde vom vielen fahren, wandern und Sachen anschauen.
Aber man ist ja vielleicht nur einmal im Leben in Neuseeland, deshalb hab ich mich dann nochmal dazu durchgerungen, eine Rafting Tour zu buchen. 2,5 Stunden aufm Wasser, davon aber die kürzeste Zeit wirklich viel Action- aber so ist das anscheinend beim Raften. Zumindest in Neuseeland 🙂 Spaß hat es trotzdem gemacht und das Panorama war traumhaft.
Von dort aus Ging es dann über einen kleinen Umweg zu meiner letzten Station, Christchurch. Der kleine Umweg führte allerdings über 13km staubigen Kies bis zum Herr der Ringe Drehort “Edoras in Rohan”. Das Filmset war zwar nicht mehr da aber der Hügel und die Landschaft natürlich schon noch 🙂 Das kann ich also auch abhaken von der Liste!
Christchurch hatte ja viele Erdbeben in der Vergangenheit, das stärkste im Februar 2011, beim dem 180 Menschen ums Leben kamen. Seitdem bebt es hunderte Male pro Tag, man spürt aber natürlich nicht alle. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe in den 3 Tagen kein einziges gemerkt. Erste Nacht im Hostel verbracht und einen Musiker, Neuseeländer kennen gelernt, der zu der Zeit auch an einem Festival in Christchurch aufgetreten ist. Spanish Guitar, ziemlich coole Musik. Bin dann mit ihm Abends noch in ne Kneipe mit Live Musik gegangen und paar Freunde von ihm kennen gelernt. Das hat mir mal wieder gezeigt, dass es schon auch wichtig und vor allem interessant ist, ab und zu Einheimische zu treffen.
Am zweiten Abend war es dann Zeit für eine Premiere: Ich hab meinen ersten “Couchsurfing-Host” bzw Gastgeber getroffen. Wer Couchsurfing nicht kennt, das ist ein Internationales Projekt, bei dem Einheimische dem Reisenden ein Zimmer, bzw eine Schlafgelegenheit anbieten umsonst anbieten. Die Vorteile liegen auf der Hand, es ist billig und man lernt viele interessante Menschen aus aller Welt kennen. Natürlich ist ein kleines Gastgeschenk obligatorisch. Ich wollte das schon lange machen aber habe mich nie wirklich darum gekümmert- doch jetzt wars dann endlich soweit. Mein Gastgeber war Howard, ein Chinese, der schon seit 11 Jahren in Neuseeland lebt. Er war wirklich sehr nett, hilfsbereit und wir haben Abends zusammen Malaysisch gekocht. Und ich hatte ein Zimmer mit nem großen Bett für mich allein 🙂 Denke, dass ich das in Zukunft öfter mal machen werde, vor allem in Südamerika, um mein Spanisch zu verbessern. So, und für alle, die jetzt aufschreien und meinen, das sei zu gefährlich, kann ich nur sagen, dass in der Regel nur sehr kontaktfreudige, nette Menschen da mitmachen und die Quote der Massenmörder nur sehr gering ist 🙂 Ausserdem kann man sich das Profil und die Bewertung der Leute im Internet anschauen. Und als fast 29 jähriger ist man wohl auch weit weniger gefährdet als 18 jährige Mädels- und es gibt einige, die so unterwegs sind. Die meisten erzählen es wohl aber eher nicht daheim 🙂
Na, jedenfalls war das nochmal ein interessanter Abschluss für Neuseeland und es ist schon etwas schade, dass die Zeit dort nun vorbei ist. Ich habe extrem viel schöne Natur gesehen und die Zeit genossen. Allerdings ist auch dort der Tourismus sehr ausgeprägt, manchmal schon etwas zu viel, ähnlich wie in Australien aber das muss man wohl so akzeptieren und halt nicht blind jede Tour buchen. Ich hatte ja anfangs mal erwähnt, dass Neuseeland etwas bescheidener ist, was das angeht, das muss ich leider zurücknehmen 🙂 Dennoch, es ist ein großartiges Land und ich kann jedem nur empfehlen, ein Mietauto oder einen Campervan zu mieten und selbst herum zu fahren, mit dem Bus verpasst man einfach zu viel.
Ja, und jetzt bin ich wie gesagt wieder in Melbourne und war bereits bei den Australien Open (Tennis). Das war sehr cool, habe zweit gute Spiele gesehen und die Atmosphäre auf der ganzen Anlage erlebt. Wäre gerne noch öfter hingegangen aber leider ist das ganze ja auch nicht wirklich umsonst! Melbourne ist heißt, um die 30 Grad jeden Tag. Sommer pur…
Was gibt es sonst noch neues? Achja: Ich habe meine nächsten Flüge definitiv gebucht, am 1. Feb geht es nach Fiji, am 14. Feb nach Hawaii und Anfang März nach Panama. Von dort aus wird dann das nächste große Kapitel starten, Südamerika. Von Panama aus ist ein Segeltrip durch die Karibik nach Kolumbien aus geplant…. man wird sehen! Inzwischen bin ich nun schon seit 5 Monaten unterwegs…