Ein letztes Abenteuer in Bolivien. Aber das hatte es in sich! Von La Paz fuhr ich nach Potosí, mein zweitletzter Nachtbus in Bolivien. Um 5 Uhr morgens kam ich an- stieg in ein mehr oder minder vertrauenserweckendes Taxi und lies mich zu meinem Hostel fahren. Glück gehabt, ein kompletter Schlafraum für mich alleine. Erst mal etwas Schlaf nachholen, dann Frühstück. Ist ja inklusive- Marmelade, Brötchen, Tee. Natürlich Koka Tee. Den Tag über schlendere ich durch die Stadt. Kalte Luft, Winter und 4000m Höhe. Potosí ist die höchst gelegene Grossstadt der Welt. Das Atmen fällt schwer, vor allem wenn man zwischendurch beim gehen die Luft anhält, weil man die Abgase nicht einatmen will.
Die größte Touristenatttaktion ist die ehemalige Silbermine. Silber gibt es keines mehr, gearbeitet wird immer noch. Andere Mineralien wollen auch noch abgebaut werden. Also schrieb ich mich am zweiten Tag für die Minentour ein. Antonio, der hosteleigene Tourguide war früher selbst Minenarbeiter. Verrückter und witziger, kleiner Bolivianer. Zuerst gings auf den Miners-Market; erst mal Geschenke für die Minenarbeiter kaufen: Kokablätter, Zigaretten, 96%iger Alkohol, Dynamit. Das übliche eben. Dann gings mit dem Jeep auf den Berg und dann die erste Leiter runter in die Mine. Nur unsere Lampe am Helm gibt uns Licht. Die enge ist teils sehr beklemmend und die Luft staubig-stickig. Manche Klettereinlagen erfordern volle Konzentration. Am ersten Schrein angekommen. Die Minenarbeiter beten Teufelsstatuen an, damit Ihnen Sicherheit und reine Mineralien gegeben werden. Alkohol und Kokablätter werden über den Steinfiguren verschüttet. Die Figuren sind mit Girlanden geschmückt- sieht fast ein bischen wie unsere Fasnacht aus. Die Kletterpartien werden schwieriger, Dunkelheit und schiefe Leitern prägen unseren Weg. Wir treffen immer wieder Minenarbeiter und schenken ihnen etwas. Gegen Ende kommt dann die lange ersehnte Dynamitdemonstration. Wir müssen uns hinhocken, Antonio verschwindet hinter einer Ecke und kommt kurz darauf zurück und setzt sich zu uns. Wir müssen uns die Ohren zuhalten; kurz darauf die Explosion. Dumpf und laut und wir spüren die Druckwelle. Kein wirklich schönes Gefühl. Am Ende sind wir alle sehr froh, wieder die Leiter zum Tageslicht nehmen zu können und sind um eine sehr interessante Erfahrung reicher. Ich bereue es nicht, aber weiß auch nicht, ob ich nochmal reingehen würde. So ein Trip gäbs in Europa definitiv nicht- aber wir sind ja in Bolivien- dem coolsten Land in Südamerika 🙂 Ein paar Bilder in der Galerie bzw. bei Picasa!
