Meine zwei Wochen in Argentinien sind inzwischen auch schon wieder rum und waren genug um Salta, Buenos Aires und die Iguazu Fälle zu sehen.
Als ich von Bolivien kommend die Grenze in das Land von Diego Maradona, Rindfleisch und Mate überquerte, merkte ich gleich einen großen Unterschied.
Die Straßen sind viel besser, die Busse komfortabler, man findet normale Supermärkte und das Preisniveau steigt leider auch deutlich an. Dennoch war es schön, mal wieder in einem entwickelteren Land zu sein. Die Argentinier sind süchtig nach einem Getränk genannt „Mate“. Es funktioniert schon ähnlich wie Tee, aber eben doch anders: Ein Trinkgefäss wird mit Kräuter gefüllt und warmes Wasser wird dazu gegeben. Man muss ständig nachfüllen, da diese Kräuter das Wasser ziemlich schnell aufsaugen. Deswegen laufen die Argentinier eben auch immer mit einer Thermoskanne für das heiße Wasser unter dem Arm rum. Getrunken wird das ganze dann mit der sog. „Bombilla“, eine Art Strohhalm aus Metall oder Holz, mit einem Filter unten, damit nur Wasser durch kommt. Der Geschmack ist leicht bitter und somit gewöhnungsbedürftig aber für was gibt es denn Zucker? Naja, die Trinkgefäße sind definitiv das Souvenir Nummer eins in Argentinien, überall kann man sie kaufen und zwar in den verschiedensten Farben, Formen und Materialien, die man sich vorstellen kann! Das Argentinische Spanisch hat übrigens den extremsten Akzent von allen Ländern. Ich nenne es das Spanische Schwäbisch.
In Salta habe ich nicht viel unternommen, ich war rel. müde von Bolivien und somit habe ich auf größere Ausflüge verzichtet. Dafür habe ich mich mehr auf das Nachtleben konzentriert. Endlich! gab es Argentinisches Steak mit lächerlich wenig Beilagen (aber wer braucht die denn schon?). Die sog. Penas sind Kneipen, in denen Abends gegessen und Musik gespielt wird. Die Leute sitzen am Tisch mit ihren Gitarren und singen zusammen bzw tanzen einheimische Tänze. Sehr sympathisch das Ganze. In Argentinien wird übrigens sehr spät gegessen, Abendessen um 22 Uhr ist normal und auch gegen Mitternacht laufen die Küchen noch heiß. Die Argentinier wissen, wie man genießt, gutes Fleisch gehört ebenso wie ein Nachtisch immer auf den Tisch bzw. auf den Teller!
Von Salta nach Buenos Aires, schlappe 20 Stunden und ich war dort! Ist schon eine riesige Stadt, sehr beindruckend. Ich bin viel herumgelaufen, Sightseeing gemacht, Abends verschiedene Restaurants ausprobiert und habe ein Fußballspiel im Stadion angeschaut. Letzteres war eins der Highlights, ganz klar. Tango ist auch groß in Buenos Aires, überall wird für Tanzschulen Werbung gemacht und für die Touris gibt es Vorführungen in Restaurants und sogar auf der Straße. Und wenn man irgendwo auf der Welt einen Friedhof besuchen muss, dann den in Buenos Aires. Komplett anders gebaut als bei uns – das berühmteste Grab ist das von Eva Peron (Evita). Und wieso sind die Argentinier eigentlich so verrückt nach Milka Schokolade? Überall findet man die in allen möglichen Ausführungen!
Von Buenos Aires gings dann wieder in den Norden, nach Puerto Iguazu, eine kleine Stadt nahe dem Länderdreieck Argentinien-Brasilien-Paraguay, die berühmt ist aufgrund der naheliegenden Iguazu Wasserfälle , welche seit kurzer Zeit zu der Naturweltwundern zählen. Die Wasserfälle haben eine Argentinische und eine Brasilianische Seite und auf beiden gibt es einen Park für den man Eintritt bezahlen muss. Viele Leute sagen, die Argentinische Seite hätte ihnen etwas besser gefallen, ich fand beide gleich sehenswert. Extrem spektakulär. Auf den Bildern kann man es erahnen, kommt natürlich nicht ganz rüber.
Ich war sogar noch einen halben Tag in Paraguay, in der Grenzstadt Ciudad del Este. Der Ort selbst ist zu hässlich, um eine Attraktion an sich zu sein, Elektronikartikel sind allerdings sehr günstig dort. Naja, vor allem für Argentinier, da Elektronik in Argentinien sauteuer ist, kann man nicht anders sagen. Mich haben die Preise jetzt nicht umgehauen, deswegen hab ich auch nichts gekauft. Und nach ein paar Stunden war ich dann auch genug genervt von den Straßenhändlern, die unermüdlich versuchen, ihre Gürtel, Socken, Uhren und eine Million andere Sachen an den Mann zu bringen. Darum gings dann wieder schnell zurück ins im Vergleich geradezu idyllische Puerto Iguazu.



