Nach meinen relaxten 2 Wochen in Sucre war´s mal wieder an der Zeit zu reisen und ich nahm den Nachtbus mit Heizung und Wolldecken nach La Paz. Und tatsächlich war es eine der angenehmsten Fahrten bisher. Der sogenannte „Full Cama“ Sitz ließ sich komplett waagrecht zurückklappen und die Kälte kam auch nicht so durch. So kam ich einigermaßen erholt in der Hauptstadt an. Mein Aufenthalt dort war jedoch nur von kurzer Dauer, mit nem Taxi lies ich mich zum Militärflughafen der nationalen Airline „Tam“ fahren und wartete dort immerhin noch 3 Stunden auf meinen Flug nach Rurrenabaque, auch der Einfachheit wegen „Rurre“ genannt. Nach ca. 1 Stunde durchbrach die Propellermaschine die Wolken und unter uns breitete sich das grüne Amazonasgebiet aus. Von ca. 3600 (La Paz) auf ca. 250 Höhenmeter – endlich wieder Luft zum Atmen! Zum Vergleich: Die Busstrecke von La Paz nach Rurre ist eine der längsten und auch gefährlichsten in Bolivien. Von 18 bis zu 38 Stunden kann die Schaukelei entlang der Berghänge je nach Wetter dauern. Ich nehm gleich mal vorweg, dass ich mir auch einen Rückflug gegönnt habe.

Rurre liegt mitten im Regenwald, am Fluss Beni gelegen. Die Kleinstadt ist für die Touristen das Tor zum berühmten „Madidi“ National Park und zu den sog. Pampas. Letztere eignen sich perfekt um Tiere zu beobachten, da es nicht so viele Bäume wie im eigentlichen Regenwald gibt, die einem die Sicht auf die Fauna versperren. Der Trip in den Regenwald beinhaltet mehr Pflanzenkunde und die allgemeine Dschungelatmosphäre. Tiere gibts mit etwas Glück aber auch zu sehen. Ein typischer Trip dauert jeweils 3 Tage und 2 Nächte und man hat mal wieder die Qual der Wahl zwischen den verschiedenen Anbietern.

Leider ärgerte mich mein Magen mal wieder etwas, weshalb ich sicherheitshalber nochmal zwei Tage in der Stadt blieb- der Dschungel ist nämlich einer der letzten Orte, an dem man krank sein möchte. Muss ja mal an der Stelle sagen, dass in Bolivien kaum einer verschont bleibt, früher oder später kriegt der Körper dann doch mal zuviele Bakterien ab. Mir gings aber noch rel. gut, habe einige andere Reisende getroffen, die es schlimmer und länger erwischt hat und die lokalen Ärzte geizen dann auch nicht mit Antibiotikarezepten.

Doch dann war ich wieder fit und es ging erst mal auf in die Pampas mit „Dolphin Tours“. Unser Guide Marciello war ein Einheimischer und seit 17 Jahren Guide, und kannte die Gegend daher wie seine Westentasche. Die Gruppe war sehr nett, ein Amerikaner, ein Neuseeländisch/Amerikanisches Päärchen und ich. Erst mal gings mit nem Jeep drei Stunden lang über ne Holperpiste zu unserem Boot, sowas wie ein langes Kanu. Über ein Flusslabyrinth wurden wir dann gekonnt zur Unterkunft manövriert. Auf dem Weg sahen wir gleich einige Kaimane, Vögel und Affen… Die Lodge war mehr als ausreichend; Betten mit Moskitonetzen, richtige Toiletten und Duschen (natürlich Kaltwasser) und das Essen war wirklich sehr gut. In den nächsten 2 Tagen gingen wir auf diverse Erkundungstouren mit dem Boot, auf denen wir abgesehen von oben genannten Tieren noch Kapibaras und Tucane sahen. Einmal wurde eine Nachtfahrt eingelegt, auf der wir den Kaimanen mit unseren Taschenlampen in die Augen leuchten durften und ich sah den vielleicht hellsten Sternenhimmel auf meiner gesamten Reise bisher.

Das Highlight darf ich nicht vergessen, die rosa Flussdelfine. Diese freundlichen Algenfresser verdanken ihre rosa Schnauze und Schwanzflosse den.. ja genau, den Algen! Es war wirklich was besonderes, diese Tiere vom Boot aus zu beobachten UND einmal mit ihnen zu schwimmen. Das Schwimmen mit den Delfinen hat einen besonderen Vorteil: Die Piranhas haben Angst und kommen einem deshalb nicht zu nahe. In den Fuß gebissen wurde ich dann trotzdem noch und zwar von den Delfinen höchstpersönlich. Dass es in diesem Gewässern Piranhas gibt, wurde dann auch noch bewiesen, mit nichts geringerem als Rindfleisch gingen wir fischen und fingen auch genügend fürs Abendessen. Vor allem unser Guide… Am letzten Tag stapften wir dann noch Gummistiefeln durchs hohe Graß um Anacondas aufzuspüren- leider ohne Erfolg. Naja, spannend wars trotzdem. Dann wurden wir wieder zurück nach Rurrenabaque gebracht und wir gönnten uns alle erst mal ein üppiges Abendessen zur Feier unserer Rückkehr. Bilder hab ich bei Picasa reingestellt, der Bericht meines Regenwald Trips folgt noch.