Etwas länger als 4 Wochen waren wir in Kolumbien. Wie die Zeit vergangen ist… mal wieder. Unser Weg hat uns von Cartagena über Santa Marta in den Tayrona National Park geführt, von dort aus nach San Gil, wo wir unter anderem Paragliding ausprobiert haben, anschließend gings in die Hauptstadt Bogota. Dort wohnten wir ein paar Tage bei meinem Freund Timon und seiner Freundin Johanna. Weiter gings mit dem Bus (alles wird hier mit Bus gemacht) nach Manizales und dann schnell nach Salento. Dort gabs eine sehr schöne Wanderung, Schweizer Panorama inklusive Kühe, allerdings mit riesigen Palmen und einer Kolibri-„Farm“. Und dann gings nach Cali, der „Salsa-Hauptstadt“. Anschließend stand San Agustin auf dem Programm, dann Popayan und zum Schluss die Grenzstadt Ipiales.
Kolumbien ist wild, ursprünglich, Menschen verkaufen Süßigkeiten auf der Straße, das Essen ist deftig, es gibt frisch gepresste Säfte überall, es kann nach Abgasen riechen, die Landschaft der Anden ist atemberaubend und die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Man merkt, dass das Land große Fortschritte gemacht hat, vor allem und auch was das Thema Sicherheit angeht. Wir hatten nie ernsthafte Probleme und haben uns grundsätzlich sehr wohl gefühlt.
Cartagena hält, was es verspricht. Architektur im Spanischen Kolonialstil, Hafenstadtatmosphäre und alles, was das Touri-Herz begehrt. Inklusive erhöhter Preise. Wobei man sagen muss, dass sich für jeden Geldbeutel etwas finden lässt.
Wenn man nach dem Besuch beim ehem. Kloster und Aussichtspunkt über der Stadt und anschließendem Spaziergang auf den Mauern der Altstadt müde und hungrig ist, kann man sich aussuchen, ob ein Abendessen umgerechnet 30 oder 3 Euro kosten soll. Ich kann sagen, das für 3 Euro war ganz ok! Normalerweise gibt es in ganz Kolumbien für diesen Preis vor allem Mittags eine ordentlich Mahlzeit, inkl. Suppe, Fleisch, Kartoffeln/Reis, Linsen, manchmal Gemüse oder ein bischen Salat als Garnitur. Wenn man dann genug davon hat und Abwechslung braucht, lässt sich häufig auch Pizza, Pasta und Burger finden. Allerdings schon deutlich weniger als bei uns.
Nachdem wir uns ins Cartagena von der 6 Tages-Segeltour erholt hatten, stiegen wir in den Bus Richtung Santa Marta. Dort schliefen wir zwei Nächte, da ich kurzzeitig Probleme mit dem Magen bekommen hatte. Komischerweise nach einem selbstgekochten Essen 🙂 war aber nicht weiter schlimm und dann gings in den Tayrona Park. Zwei Nächte in der Hängematte… viel Strand, viel Dschungel, eine längere und ziemlich anstrengende Wanderung zu den Ruinen einer Inkastadt.
In Kolumbien kann man fast überall Pferde mieten, wenn man nicht selber laufen will. Tessa und ich sind aber beide nicht gerade Pferdeliebhaber. Dennoch muss man immer wieder ausweichen, wenn einen andere Touris auf Gäulen überholen wollen. Da es keine Supermärkte im Park gab, haben wir vorgesorgt und uns reichlich mit süßem Brot und Thunfisch eingedeckt! Der Park ist ein Naturparadies, das kann man schon so sagen, dennoch war ich froh, als wir dann wieder zurück in Santa Marta waren, warme Dusche und Subway (Sandwich) inklusive.
Zum Thema Bus in Kolumbien: Der ist neben dem Flugzeug das einzige Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen. Auto mieten ist hier nicht wirklich üblich. Und das Land ist sehr groß. Busfahrten um die 8-10 Stunden sind nichts ungewöhnliches. Und davon hatten wir auch einige. Die meisten Busse sind recht komfortabel, die Straßen sind allerdings manchmal holprig und vor allem kurvig. Kein Wunder, wenn man durch Anden fährt. Die Busfahrer sind Hobby-Rennfahrer und so braucht man schon immer wieder mal einen starken Magen und gute Nerven. Aber es geht ja dann doch immer alles irgendwie gut! Nach Möglichkeit nimmt man auch mal einen Nachtbus und spart sich so eine Nacht im Hostel und „verschwendet“ keinen Tag mit der Fahrt. Wobei das schon auch Spaß machen kann- Kolumbien hat wunderschöne Landschaften und wenn es mal nicht wackelt, kann man auch gut was lesen oder Spanisch lernen. Unterhaltung gibt es auch durch die vielen Einheimischen, die ständig in den Bus steigen und Schmuck, Snacks und Getränke verkaufen. Geröstete Ameisen gelten auch als Snacks. Ab und zu kommt auch mal jemand rein, führt was vor und will dann Geld dafür.
San Gil ist eine recht beschaulich und dennoch die selbsternannte Extremsport-Hauptstadt Kolumbiens. Angeboten wird: Rafting, Biking, Canyoning, Paragliding… letzteres haben wir gemacht! Ein ca. 25 minütiger Flug in den Anden, die Aussicht war traumhaft. Es hat etwas Mut gebraucht – vor allem wussten wir auch nicht wirklich, wie es funktioniert. Wir wurden einfach an unseren Guide gebunden und der gab dann irgendwann das Zeichen, dass wir losrennen sollen. Das Fliegen hat er dann zum Glück übernommen und es war sehr friedlich.
Bogota ist riesig. Über 8 Millionen Einwohner. Wir besuchten Timon und seine Freundin Johanna und wohnten für ein paar Tage bei ihnen. Abgesehen vom neuen Stadtzentrum und der Altstadt haben wir die unterirdische Salzkathedrale etwas ausserhalb besichtigt und uns Bogota von oben angesehen. Wie? Ganz einfach- mit der Gondel nach oben gefahren zum Aussichtspunkt Monserate.
Johanna hat eine Stiftung für Kinder in einem ärmeren Viertel Bogotas, quasi eine Art Kindergarten. Wir waren einen Tag lang dabei und haben uns die Einrichtung angeschaut, mit den Kindern gespielt und versucht, bei den Hausaufgaben zu helfen so gut es eben ging mit unserem Spanisch.
Nach Bogota gings für uns wieder in ländlichere Regionen, die sog. „Zona Cafetera“, wo Kaffee angebaut wird. Landschaftlich sehr schön. Der einzig nennenswerte Ort ist Salento, ein gemütliches Dorf, mittlerweile allerdings vom Tourismus erschlossen, bietet nette Cafes und gute Restaurants. Bilder der Wanderung nahe Salento gibts in der Galerie.
Nein! Wir haben nicht getanzt in Cali. Auch wenn Salsa überall angeboten wird. Zu Wenig Zeit. Und ehrlich gesagt auch zu wenig Lust… momentan zumindest 🙂
Wir probieren natürlich auch immer wieder die lokale Küche aus. Ein Highlight in Cali: Gefüllte, fritierte Teigbälle, innen Hackfleisch, Kartoffeln, Ei und Reis. Also so ziemlich alles, was Kolumbianische Küche so verwendet. Lecker in dem Fall – und billig! Immer schmeckts aber nicht so gut, man muss sich einfach durchprobieren.
Nach einer verrückten 8 Stunden Busfahrt über eine größtenteils extrem holprige Stecke konnten wir uns in San Agustin von den berühmten Steinstatuen ein Bild machen. Naja, ehrlich gesagt hatten wir etwas mehr erwartet. Die Landschaft selbst war allerdings mal wieder spektakulär. Witzig: In userem Hostel wurde uns noch ne „Koks-Tour“ angeboten- für ca. 65 Euro hätten wir zuschauen können, wie etwas Kokain hergestellt wird und hätten auch genau 1 Gramm behalten dürfen. Verlockend, aber wir haben dann doch abgelehnt!

Die gleiche Holperstrecke 8 Stunden zurück und dann erst mal zwei Nächte in Popayan in einem schönen Hostel relaxt, Chinesisch gegessen und auf die Reise Richtung Ecuador vorbereitet. Bis zur Grenzstadt Ipiales warens dann auch nochmal 7 Stunden oder so, ich weiß es schon gar nicht mehr- dort gabs noch eine Kirche zu sehen, die in eine Schlucht hinein gebaut wurde. Und am nächsten Tag überquerten wir dann die Grenze nach Ecuador- das ist aber eine andere Geschichte…