Und schon haben wir das Jahr 2012, immerhin schon wieder über eine Woche. Eine beliebter Zeitpunkt und festzustellen, „wie die Zeit doch rast“. Ja, und ich bin jetzt tatsächlich schon knappe 5 Monate auf Reisen.
Silvester habe ich in Queenstown verbracht, früher eine kleine Stadt bzw. mehr ein Dorf, mittlerweile hat sich der Ort allerdings zu einem Touristenmagnet gemausert, mit Funsportarten und allen denkbaren Aktivitäten; Fallschirmspringen, Bungee, Speeboat fahren, Rafting, Kayak, Paragliding… ich zähle jetzt nicht alles auf. Der Ort liegt dennoch sehr idyllisch zwischen hohen Bergen und direkt am Lake Wakatipu, einer der größten Seen Neuseelands. Da besonders auf der Südinsel Neuseelands kaum Städte zu finden sind, war Queenstown komplett ausgebucht. (Fast) jeder wollte dort Neujahr verbringen. Die Stadt hat sich dann auch nicht lumpen lassen und brannte ein riesiges Feuerwerk über dem See ab- die Silvesterparty war auch gelungen. 3 Nächte habe ich dort verbracht, mal wieder etwas relaxt und einfach genossen, nicht von A nach B kommen zu müssen. Das Hostel hatte einen traumhaften Garten mit Blick auf die Berge und den See.

Irgendwann gings dann aber wieder weiter und unsere Route führte uns Richtung Süden nach Te Anau am, ja genau, Lake Te Anau, welcher der zweitgrößte Neuseelands ist. Hier beginnt dann wirklich langsam das Ende der Zivilisation und die Herrschaft der Sandflies. Nur ganz kurz, diese kleinen gemeinen Biester sehen aus wie Fruchtfliegen, stechen aber wie Mücken und ihre Stiche jucken aber leider noch schlimmer und länger. Furchbare Viecher! Und die kann man dort und auch anderswo zu Tausenden antreffen. Naja, jedenfalls haben wir uns in Te Anau dann ein paar Wanderwege rausgesucht und waren dann richtig sportlich. 1 Tag wandern, 1 Tag faulenzen, wieder 1 Tag wandern, dann 1 Tag kayaken. aber dazu komme ich noch… wer ist eigentlich wir? Ich reise seit knapp 2 Wochen mit Daniel, einem Deutschen aus Stuttgart. Er hatte die gleiche Route wie ich und deshalb hab ich ihn mitgenommen.

Wandern war wirklich sehr schön, teils auch gar nicht so ohne, der Schwierigkeitsgrad ging schon deutlich über eine Wald- und Wiesenwanderung hinaus. Man wird am Ende allerdings immer mit spektakulären Ausblicken auf Berge, Seen und wunderschöne Landschaften belohnt.  Andere kennen das ja vielleicht, aber ich bin noch nicht so viel gewandert in meinem Leben bisher.

Tja und dann stand noch ein weiteres Highlight an, kayaken am Milford Sound. Sound heißt auf Deutsch soviel wie Meerenge, allerdings ist das geologisch gesehen wohl falsch, denn der Milford ist wie einige andere „Sound“ genannte Naturspektakel eigentlich ein Fjord wie aus dem Lehrbuch. Vor vielen Jahren von Gletschern in den Fels gegraben, jetzt überflutet. Aber man hat wohl den Namen „Sound“ gewählt, weil sich das noch besser vermarkten lässt- das ist zumindest eine Vermutung 🙂 Jedenfalls ist dieses Fjord einer der sehenswertesten überhaupt, riesige Berge, die aus dem Wasser ragen- einer davon ist sogar der höchste auf der ganzen Welt. Ein einmaliger Ort, um früh morgens durchzupaddeln und Seelöwen und Delfine zu sehen. Um durch den Fjord bis zum offenen Meer zu rudern, dauerte es immerhin um die 5 Stunden, mit kleinen Pausen zwischendrin natürlich. Zurück wurden wir dann aber zum Glück mit nem kleinen Boot gefahren 🙂

Nach Milford sind wir dann die Südküste entlang gefahren, sind am südlichsten Punkt Neuseeland vorbeigekommen und jetzt mittlerweile in Dunedin gelandet. Dunedin ist eine Studentenstadt im schottischen Baustil- so heißt es zumindest, bin ja auch kein Experte, was sowas angeht- und ich genieße es ehrlich gesagt, wieder mal in der Zivilisation zu sein 🙂 Werde hier ein paar Tage verbringen und dann entscheiden, was ich mit der restlichen Zeit anfangen werde- mein Flieger nach Melbourne geht ja erst am 22. Januar. Ein Luxusproblem, ich weiß.

Ich habe ein neues, großes Fotoalbum mit Bildern der letzten Tage hochgeladen, viel Spaß beim Anschauen 🙂